Das Wahlrecht in den USA

Zwar ist die Meinung, dass der Präsident in den USA direkt vom Volk gewählt werden kann,  wiet verbreitet, doch dem nicht so. Auch der Vizepräsident wird nicht per Direktwahl bestimmt. Die Bürger in den USA wählen zunächst so genannte Wahlleute, die  dann die Wahl des Präsidenten übernehmen. Dabei kann jeder  Bundesstaat so viele Wahlleute stellen, wie er Sitze im Abgeordnetenhaus und im Senat innehat. Die Parteien stellen die Wahlleute und diese stimmen in der Regel für den Kandidaten ihrer eigenen Partei. Sie sind allerdings rechtlich dazu nicht verpflichtet.

Die Wahlleute treten nach der Volkswahl zur Abstimmung in jedem Staat zusammen. Der Sieger bekommt alle Stimmen, die dem Staat zur Verfügung stehen. Das ist auch der Grund, warum es möglich ist, dass ein Kandidat zwar die meisten Wählerstimmen erhalten hat, die Mehrheit der Stimmen der Wahlleute aber wiederum nicht bekommt. In den letzten einhundert Jahren kam das sogar schon dreimal vor. Es kann auch der Fall eintreten, dass kein Kandidat die absolute Mehrheit bekommt, dann muss das Abgeordnetenhaus den Präsidenten wählen. Der Senat übernimmt die Wahl des Vizepräsidenten.

Der Gouverneur kann direkt gewählt werden. Die Bundesstaaten der USA besitzen eine Legislative, die aus zwei Kammern besteht. Direkt gewählt werden können auch die Bundes-, Staats- und Kommunalpolitiker sowie Richter und Staatsanwälte. Vor allem die Wahl der Richter durch das Volk ist nicht unumstritten, denn es kann passieren, dass diese Möglichkeit in eine Art Rechtsbeugung ausartet. Die Kandidaten für die einzelnen Ämter werden von den Parteien aufgestellt, wobei die Verfahren aber eher als offen zu bezeichnen sind. So gibt es beispielsweise Wahlversammlungen und Vorwahlen.

Wer in den USA wählen will, muss ein Staatsbürger sein und er muss das 18. Lebensjahr vollendet haben. Die Wahlbeteiligung ist wohl aber deshalb so gering, weil sich jeder Wähler erst einmal registrieren lassen muss. Das heißt, er muss sich anmelden, dann erst erstellen die örtlichen Behörden eine Wählerliste. Wer nicht auf der Liste steht, darf auch nicht wählen gehen.