Obamas Medienpolitik

US Präsident Barack Obama sorgt immer wieder für Aufsehen, obwohl er schon zwei Jahre im Amt ist.  Er bricht mit vielem, auch mit den Traditionen in der US  Medienpolitik. Er liebt es zum Beispiel, sich über das Internet mitzuteilen, und die Korrespondenten im Weißen Haus sind davon nicht eben angetan.

Samstagsreden des Präsidenten gehören in den USA eigentlich dazu. In der letzten Zeit der Ära Bush wurden sie kaum noch wahrgenommen. Sie wurden im Radio übertragen und das, obwohl das Radio als aussterbendes Medium gilt. Obama hingegen nutzt das Internet und stellt seine Reden als Video ein - mit Erfolg. Das Weiße Haus hat inzwischen einen eigenen Kanal auf YouTube. Obama versucht, sich direkt an die Menschen zu wenden und das über die Köpfe der Medien hinweg.

Starreporter sind verärgert, doch Obama stört das kein bisschen. Obama nutzt die Medien als Verstärker, nicht als Filter. So gibt es neben seiner Seite auf YouTube auch die verschiedenen Social-Networking-Sites, auf denen er seine Profilseiten unterhält. Hier gibt es sogar Kommentarstellen für die Bürger und einen Blog, der allerdings nur für Pressemitteilungen dient.

Ein weiterer Bruch mit Altgewohntem betraf die internen Pool-Berichte, die stets nur erlauchten Reportern zur Verfügung standen. Obama ließ diese Berichte an tausende andere Reporter mailen. Hinter dieser neuen Medienpolitik steckt, dass Barack Obama seine Regierung als offen und zugänglich etablieren will. Er will eine Vernetzung mit den Bürgern erreichen und im Weißen Haus einen Kommunikationskanal haben, mit dem er seinen Erfolg kontrollieren kann.

Alles in allem lässt sich feststellen, dass Obama zwar mit seiner neuen Linie einige Reporter kränkt und diese deswegen nicht mehr so rückhaltlos wie früher hinter ihm stehen. Doch dafür wendet er sich an die Bürger, ist ein Präsident für das Volk und bekommt hier den Rückhalt, den er für seine Tätigkeit braucht.